RATIONALIST INTERNATIONAL

Bulletin Nr. 88 vom 18. Januar 2002 (Deutsche Ausgabe)

http://www.rationalistinternational.net

IN DIESER AUSGABE

Internationale Rationalisten-Konferenz: Buchung ONLINE ist noch möglich!

Bangladesch: Sieg für die Rationalisten: Shahriar Kabir aus dem Gefängnis entlassen !

Pakistan: Rationalist International begrüßt Präsident Musharrafs Rede und fordert Freiheit für Dr. Shaikh

Afghanistan: Ehebrecher werden immer noch zu Tode gesteinigt

Nigeria: Erste Hinrichtung unter Sharia-Justiz

Prof. Ajoy Roy zum Ehrenmitglied von Rationalist International ernannt

England: Puja für BSE-Kühe

 

Internationale Rationalisten-Konferenz: Buchung Online ist noch möglich!

Taj Mahal
Taj Mahal in Agra, ungefär 175 km südlich von Delhi

WWir freuen uns mitteilen zu können, daß mehrere gute Hotels in der Nähe des Tagungsortes in Delhi spezielle Angebote zu reduziertem Tarif für die Teilnehmer der Internationalen Rationalisten-Konferenz gemacht haben. Die Konferenz beginnt am Abend des 8. Februar und endet am 12. Februar gegen Mittag. Der Buchungsschalter wird am 8. Februar ab 10 Uhr geoeffnet sein. Wenn Sie an der Konferenz teilnehmen möchten, ist das noch möglich. Für Teilnehmer aus Entwicklungsländern gelten spezielle reduzierte Konferenzgebühren.

VORHERIGE ANMELDUNG IST FÜR ALLE TEILNEHMER VERBINDLICH.
ZAHLUNGEN KÖNNEN AM BUCHUNGSSCHALTER GELEISTET WERDEN.


 

INTERNATIONALE RATIONALISTEN-KONFERENZ
8.-12. Februar 2002: Neu Delhi, Indien

ONLINE BUCHUNGSFORMULAR

Pressen Sie die Antworttaste. Füllen Sie das Buchungsformular aus. Senden Sie es heute ab.

Sie erhalten im Gegenzug Hotelangebote per E-mail. Hotel-Buchung per E-mail ist möglich. Alle Zahlungen können am Konferenz-Buchungsschalter geleistet werden.

An: Das Konferenz-Sekretariat, Internationale Rationalisten-Konferenz, Neu Delhi, Indien

Bitte buchen Sie mich als Teilnehmer für die Internationale Rationalisten-Konferenz. Bitte bestätigen Sie meine Buchung und schicken Sie mir schnell Informationen für die Hotel-Buchung.

Name  
Straße  
   
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Postleitzahl   Land  
Telefon   Fax  
E-mail   E-mail (alternativ)  

Buchungsgebühr (US $ 150 oder entsprechenden Betrag in Euro)                     

Zusätzliche Veranstaltungen (wahlfrei)

Großes Gemeinsames Dinner (9. Februar 2002) (US $ 30 oder entsprechend)  
Red Fort mit "Light and Sound Show" (11. Februar 2002) (US $ 30 oder entsprechend)  
Trip zum Taj Mahal und zum Agra Fort (13. Februar 2002) (US $ 190 oder entsprechend)                     
Kunsthandwerks-Festival (14. Februar 2002) (US $ 30 oder entsprechend)  

 

Bangladesh: Sieg für die Rationalisten: Shahriar Kabir aus dem Gefängnis entlassen

Nach massiven nationalen und internationalen Protesten erklärte das Landgericht Dhaka die Inhaftierung des prominenten bengalischen Autors, Rationalisten und Menschenrechtsverteidigers Shahriar Kabir, beschuldigt des Aufruhrs, als illegal und entschied seine Freilassung. Nach dem Urteil hatte die Polizei keinerlei gesetzliche Berechtigung, Kabir nach seiner Verhaftung fast zwei Monate lang in Haft zu halten, ohne ein Verfahren gegen ihn anzustrengen.

Shahriar Kabir hatte den Zorn der Regierung auf sich gezogen, als er seine Stimme gegen Gewalt und Terrorakte erhob, die gegenwärtig von islamisch-fundamentalistischen Unterstützern der Regierung gegen die Hindu-Minderheit im Lande verübt werden. Er wurde am 22. November von "Spezialeinheiten" der Polizei unter Berufung auf ein Sonderermächtigungsgesetz festgenommen, als er von einem Besuch in Indien zurückkehre, und seither im Gefaengnis gehalten.

Rationalist International forderte Shahriar Kabirs unverzügliche Freilassung in einem Brief an Bangladeschs Premierminister Khaleda Zia, der in der Presse von Bangladesch Schlagzeilen machte und in der regierungsnahen Tageszeitung Dinkal auf der Titelseite diskutiert wurde. Rationalisten in Bangladesch organisierten eine riesige Protestdemonstration zur Unterstützung Shahriar Kabirs, an der hunderte von Journalisten, Hochschullehrern und Menschenrechts-Aktivisten teilnahmen.

Frühere Berichte über den Fall Shahriar Kabir (auf Englisch) finden Sie in

Bulletin Nr.83 vom 29. November 2001 ( http://www.rationalistinternational.net/archive/rationalist_2001/83.htm )

Bulletin Nr.86 vom 27. December 2001 ( http://www.rationalistinternational.net/archive/rationalist_2001/86.htm )

 

Pakistan: Rationalist International begrüßt Präsident Musharaffs Rede und fordert Freiheit für Dr. Shaikh

In einem Brief an den Präsidenten von Pakistan begrüßte Rationalist International am 13. Januar dessen am 12. Januar weltweit im Fernsehen ausgestrahlte Ansprache an die Pakistanische Nation, in der er islamischen Fundamentalismus streng verurteilte und versprach, sein Land von dessen Einflüssen zu befreien. Wenn diese Rede nicht Rhetorik bleiben soll, argumentiert der Brief, muß als erster Schritt die Freilassung von Dr. Younus Shaikh erfolgen. (Informationen und Berichte über den Fall Dr. Shaikh finden Sie - auf Englisch - in unserer Website: www.rationalistinternational.net)

Es folgt der volle Text des Briefes von Rationalist-International-Präsident Sanal Edamaruku an Präsident Pervez Musharraf:

Ihre Exzellenz!

Erlauben Sie uns, unserer Hochachtung für Ihre mutige Ansprache an die Pakistanische Nation Ausdruck zu verleihen. Wir wünschen Ihnen Stärke und Entschiedenheit, Ihr Versprechen zu erfüllen, religiösen Extremismus und Obskurantismus auszurotten und Ihr Land in eine Zukunft von Toleranz und Fortschritt zu führen. Möge Ihre Rede eine Wende einleiten und ein Meilenstein in Pakistans Geschichte werden.

Ihre Vision von der Zukunft Pakistans zeigt große Ähnlichkeit mit den Ideen eines anderen Bürgers Ihres Landes, der derzeit in einer der Todeszellen im Gefängnis von Ravalpindi schmachtet, weil er bereits vor einigen Jahren gewagt hatte, öffentlich über sie zu sprechen. Wir möchten Ihre Aufmerksamkeit - zum wiederholten Male - auf den Fall des Rationalisten, Arztes und Anatomie-Professors Dr. Younus Shaikh richten, der am 4. Oktober 2000 auf Druck von Fundamentalisten unter Vorwänden festgenommen und am 18. August 2001 aufgrund ihrer massiven Drohungen von einem Richter in Angst wegen "Blasphemie" zum Tode verurteilt wurde.

Während des vergangenen Jahres sind in Pakistans Botschaften in vielen Hauptstädten der Welt von Washington bis Dhaka Petitionen übergeben worden, und Ihr persönliches Büro hat tausende von Briefen von Rationalisten in aller Welt erhalten, die Sie aufforderten, Dr. Shaikh zu retten. Wenn Sie die Macht der Fundamentalisten brechen wollen, wenn Sie Pakistan in ein freies und demokratisches Land verwandeln wollen, wenn Sie das soziale und intellektuelle Klima verändern und Ihrem Volke die Vorzüge von Freiheit, Toleranz und Fortschritt bewußt machen wollen, muß die Befreiung Dr. Shaikhs konsequenterweise einer Ihrer ersten Schritte sein. Solange Dr. Shaikh im Gefängnis bleibt und unter Todesdrohung steht, muss Ihre Ansprache als bloße Rhetorik angesehen werden. Verstecken Sie sich bitte nicht hinter der "Unabhängigkeit" der Justiz, die nicht einmal dem Druck religiöser Fanatiker hat standhalten können.

Wir fordern Sie auf, die unverzügliche und bedingungslose Freilassung Dr. Shaikhs zu veranlassen. Es ist höchste Zeit, bitte handeln Sie!

In Respekt und Erwartung,

In Respekt und Erwartung,

Dies ist eine historische Gelegenheit, die Freilassung Dr. Shaikhs zu fordern. Schreiben Sie bitte - noch einmal - höfliche Briefe an den Präsidenten von Pakistan, Pervez Musharraf.

Seine E-mail-Adresse ist: CE@pak.gov.pk

Senden Sie uns eine Kopie Ihres Schreibens: Dr.ShaikhDefense@rationalistinternational.net

 

Afghanistan: Ehebrecher werden immer noch zu Tode gesteinigt

Die Taleban sind weg, aber das islamische Sharia-Gesetze gilt nach wie vor in Afghanistan. "In diesem Lande kommt alle Gesetzgebung vom Islam", sagte der neue Justizminister Abdul Rahim Karimi, selbst ein islamischer Rechtsgelehrter, in einem Interview. Er verurteilte jedoch die grausamen Praktiken der Taleban, die auf "mangelhafter Interpretation des Islam" beruhten, und kündigte an, daß Sharia in nach-Talebanischer Zeit ordentlich angewandt werden wüerde.

Ahamatullah Zarif, Richter am Landgericht Kabul, spricht über die feinen Unterschiede zwischen damals und heute: Die Taleban pflegten den Körper des Opfers vier Tage lang öffentlich auszuhängen, wir hängen den Körper nur kurze Zeit aus, ungefähr 15 Minuten. Ehebrecher, männlich wie weiblich, werden immer noch zu Tode gesteinigt, aber heutzutage werden nur kleine Steine verwendet. Das gibt dem Verurteilten die Chance zu entkommen. Wer wegrennen kann, ist frei. Die Taleban pflegten große Steine einzusetzen und sie mit aller Kraft zu schleudern. Die Chance zu entkommen wird nur denjenigen gegeben, die den Ehebruch gestanden haben und von einem Richter verurteilt wurden. Verurteilte, die sich weigern zu gestehen, werden an Händen und Füßen gefesselt, so daß sie nicht wegrennen können. Sie werden mit Sicherheit zu Tode gesteinigt. Den ersten Stein muß der Richter werfen, dann machen die Gerichtsbeamten weiter, und schließlich wird es den Mitgliedern der Öffentlichkeit überlassen.

 

Nigeria: Erste Hinrichtung unter Sharia-Justiz

In Kaduna in Nord-Nigeria wurde Sani Yakubu Rodi, im November verurteilt wegen Mordes an der Apothekerin Zainab Hamza Kankia und ihren beiden Kindern, als erste Person unter Sharia-Justiz hingerichtet. Eigentlich forderte das Gesetz, daß Rodi erstochen würde, so wie er für schuldig befunden war, seine Opfer getötet zu haben. Aber das Gericht entschied für Hängen, denn es hoffte, damit allzu großen Aufruhr zu vermeiden, sagten Gerichtsquellen.

Nigeria hat 110 Millionen Einwohner. Ungefähr die Hälfte davon sind Moslems, die andere Hälfte Christen. Der Versuch, Sharia-Justiz in den nördlichen, vorwiegend moslemischen Staaten einzuführen, hat vor zwei Jahren blutige Auseinandersetzungen zwischen den beiden Religionsgemeinschaften ausgelöst, die 2000 Todesopfer forderten. Trotz starkem Protest haben inzwischen 12 Staaten Sharia-Justiz eingeführt. Das nächste Exekutionsopfer könnte eine moslemische Mutter von fünf Kindern werden, die im nordwestlichen Staate Sokoto wegen Ehebruches zur Steinigung verurteilt wurde und nun ihr Schicksal vom Appellationsgericht erwartet.

 

Prof. Ajoy Roy zum Ehrenmitglied ernannt

Prof. Ajoy Roy
Prof. Ajoy Roy

Professor Ajoy Roy aus Bangladesch, Rationalist, Wissenschaftler und Menschenrechts-Aktivist der alten Garde, ist zum Ehrenmitglied von Rationalist International ernannt worden.

Prof. Roy, ein renommierter und hochgeschaetzter Wissenschaftler, studierte in Bangladesch und in England und promovierte an der Universität von Leeds in Physikalischer Chemie. Auf seine Initiative hin wurde 1969 in Bangladesch ein UNESCO-gefördertes modernes Zentrum für Festkörper-Physik und Kristallographie aufgebaut. Prof. Roys Arbeit führte zur Entdeckung grundlegender Prozesse in der Strahlungschemie von alipatischen und Aminosäuren und ihren Salzen. Als sein wissenschaftlicher Hauptbeitrag gilt der Vorgang des "Dissociative Electron Capture" und das folgende Schicksal des Elektrons. Das Nobel-Kommitee hat Prof. Roy zweimal eingeladen, Kandidaten für den Nobel-Preis vorzuschlagen, 1998 und 2001.

Prof. Roys Sozialbewußtsein ließ ihn seit seiner Studentenzeit an allen progressiven Bewegungen teilnehmen, einschließlich der Sprachbewegung von 1952, des sogenannten "Mass Movement" von 1969 und der Non-Cooperation-Bewegung von 1970 – all dies gipfelte schießlich in seiner Teilnahme als Freiheitskämpfer im Bangladeschischen Befreiungskrieg von 1971.

Als sekularer Demokrat setzt sich Prof. Roy für Rationalismus und Sekularismus ein. Als vehementer Verteidiger der Menschenrechte hat er an fast allen Initiativen gegen Menschenrechtsverletzungen in Bangladesch teilgenommen.

 

England: Puja für BSE-Kühe!

Ein Hinduistischer Brahmane flog von Indien nach England, um Pujas (spezielle Opferrituale) für die Kühe durchzuführen, die im Zuge der BSE-Bekämpfung getötet wurden und um für die übriggebliebenen zu beten. Pandit Rajgori Narendra hat seine Mission in den Landstreifen des nordenglischen Lake District begonnen. In mehreren Gebieten, in denen wegen BSE-Verdacht getötete Kühe begraben wurden, hat er seine Opferrituale bereits abgeschlossen. Kühe gelten vielen Hindus als heilige Tiere.

Empfänger des Rationalist International Bulletins dürfen alle darin erschienenen Artikel und Berichte mit der Quellenangabe Rationalist International Bulletin Nr. 88 veröffentlichen, in ihre Website aufnehmen, weiterverschicken und reproduzieren.

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Wie nimmt man Kontakt zu Rationalist International auf? Postanschrift: Rationalist International, P O Box 9110, New Delhi 110091, India. Telefon: +91-11-275 3255, Fax: +91-11-845 77 048 E-mail: info@rationalistinternational.net Website: www.rationalistinternational.net

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Ehrenmitglieder: Dr. Pieter Admiraal (Niederlande), Prof. Mike Archer (Australien), Katsuaki Asai (Japan), Sir Hermann Bondi (England), Prof. Colin Blakemore (England), Prof. Vern Bullough (USA), Dr Bill Cooke (Neuseeland), Dr. Helena Cronin (England), Prof. Richard Dawkins (England), Joseph Edamaruku (Indien), Prof. Antony Flew (England), Jim Herrick (England), Christopher Hitchens (USA), Ellen Johnson (USA), Prof. Paul Kurtz (USA), Lavanam (Indien), Dr. Richard Leakey (Kenia), Iain Middleton (Neuseeland), Dr. Henry Morgentaler (Kanada), Dr. Taslima Nasreen (Bangladesch), Steinar Nilsen (Norwegen), Prof. Jean-Claude Pecker (Frankreich), James Randi (USA), Prof. Ajoy Roy (Bangladesch), Dr G N Jyoti Shankar (verstorben, USA), Barbara Smoker (England), Prof. Harry Stopes-Roe (England), Prof. Rob Tielman (Niederlande), David Tribe (Australien), Barry Williams (Australien) und Prof. Lewis Wolpert (England).

Sanal Edamaruku, den Präsidenten von Rationalist International, können Sie unter der folgenden Adresse erreichen: Edamaruku@rationalistinternational.net