Es steht nichts in den Sternen! Astrologie fällt in wissenschaftlichem Megatest durch ![]() Eine detaillierte wissenschaftliche Langzeit-Studie, durchgeführt von Forschern in England, weist nach, daß das zentrale Prinzip der Astrologie jeder Gültigkeit und Grundlage entbehrt. Die Studie widerlegt die phantastische alte Behauptung, daß die Konstellation von Sternen und Planeten zur Zeit der Geburt Charakterentwicklung und Lebenslauf eines Menschen beeinflussen oder gar bestimmen könnte. Die "Time-Twin"-Studie wurde 1958 in London als medizinisches Forschungsprojekt begonnen. In ihrem Rahmen wurden mehr als 2.000 Babies registriert, die alle innerhalb von wenigen Minuten an einem bestimmten Tag Anfang März 1958 geboren waren. Die Studie hatte das Ziel, die gesundheitliche Entwicklung dieser "Zeit-Zwillige" zu vergleichen. Bald wurde das Untersuchungsfeld erweitert. Das Forscherteam beobachtete die Testpersonen über mehrere Jahrzehnte hinweg und erfaßte Beobachtungsergebnisse in mehr als hundert Parametern im Zusammenhang mit Gesundheit, Beruf, Partnerbeziehung, Grade von Angst, Aggressivität, sozialer Aktivität, Intelligenz, Fähigkeiten im Bereich Musik, Kunst, Sport, Mathemathik, Sprache usw. Es wurde versucht, Belege für Ähnlichkeiten und Übereinstimmungen zwischen den "Zeit-Zwilligen' zu finden. Solche konnten jedoch nicht festgestellt werden! "Die Testbedinungen hätten kaum erfolgversprechender sein können, aber die Ergebnisse waren gleichförmig negativ", schreibt der Wissenschaftler und ehemalige Astrologe Dr.Geoffrey Dean von Perth, Australien, in einem Bericht über die Studie, der gerade in der Zeitschrift Journal of Consciousness Studies erschien. Dr. Dean und sein Kollege Prof. Ivan Kelley, Psychologe an der Universität Saskatchewan, Canada, haben die Ergebnisse der Studie ausgewertet und analysiert. Sie stellten fest, daß die "Zeit-Zwillige" keinerlei Merkmale oder Tendenzen miteinander teilen. Die Behauptung, die Konstellation von Sternen und Planeten könnte Einfluß auf Charakter und Leben der Menschen nehmen, hat sich nie auf eine wissenschaftliche Theorie stützen können, die in der Lage wäre zu erklären, wie und mittels welcher Art von Mechanismus dieser Einfluß möglicherweise wirken könnte. Nun ist schließlich der empirische Beweis erbracht, daß er überhaupt nicht wirkt. Die Studie zeigt in aller Klarheit, daß astrologische Voraussagen auf der Basis der Geburtskoordinaten nicht mit der Realität korrespondieren. Sie sind nichts anderes als Täuschungsmanöver. Dies sollte genügen, einem der ältesten Aberglauben den Garaus zu machen. Aber es ist nicht schwer zu prophezeien, daß die Schau weitergehen wird. Es gibt offensichtlich zu viele Leute, die sich gerne täuschen lassen, und zu viele, die mit dem Täuschen enormes Geld machen.
Solidaritätsveranstaltung für Dr. Younus Shaikh - und ein neues Todesurteil in einem Blasphemieprozeß in Pakistan Am 18.August veranstalteten die Indian Rationalist Association und das Dr. Shaikh Defence Committee in New Delhi ein öffentliches Solidaritätstreffen für Dr.Younus Shaikh. Das Treffen markierte den zweiten Jahrestag des Todesurteils, das gegen den rationalistischen Freund und Kollegen in Pakistan in einem Blasphemie-Verfahren verhängt wurde, das einen internationalen Aufschrei und eine Welle von Protest hervorrief. Trotz großer Bemühungen ihn zu retten, sitzt Dr. Shaikh weiterhin in einer engen Gefängniszelle in Pakistan und erwartet sein Schicksal. Mehr als 200 Leute fanden sich zu dem Treffen ein, unter ihnen mehrere bekannte Autoren und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. K Vasudevan, Sekretär des Dr. Shaikh Defence Committees, berichtete über sein kürzliches Treffen mit einem von Dr.Shaiks rechtlichen Beratern. Er kündigte auch an, daß ein Vertreter der von Dr. Shaikh gegründeten Organisation Enlightenment in Islamabad in Kürze zu einem Besuch nach Delhi kommen wird. Sanal Edamaruku, Generalsekretär der Indian Rationalist Association und Präsident von Rationalist International, verlas einen Solidaritätsbrief, der von allen Anwesenden persönlich unterzeichnet und an Dr. Shaikh geschickt wurde. [Mehr über den Fall Dr. Shaikh in unserer Website] *** Inzwischen hat die Nachrichtenagentur AP ein weiteres Todesurteil in einem Blasphemie-Prozeß in Pakistan gemeldet. Chaudhary Bashir, 60, wurde von einem Gericht in Mukhtar zum Tode verurteilt, das ihn für schuldig befand, verächtliche Bemerkungen über den Islam und den Propheten Mohammed gemacht zu haben. Chaudhary Bashir war im Jahre 2001 von einem gewissen Maulana Mohammed Quasim, Kleriker in Bhawalnagar nahe Multan, beschuldigt worden, "seine eigene Version des Islam zu predigen" und für sich den gleichen Status wie für Mohammed in Anspruch zu nehmen. Gegen das Urteil wurde Berufung beim zuständigen Landgericht eingelegt.
Großbritannien: Tony Blairs Pakt mit Gott Prime Minister Tony Blair hat große Pläne. Er versuchte ihre zu frühzeitige Enthüllung aus Sorge über die Reaktion der Öffentlichkeit zu vermeiden. Aber sie sickerten in einer schriftlichen parlamentarischen Antwort durch und wurden vom Observer aufgegriffen. Wie berichtet, ist Blair entschlossen, den guten alten Säkularismus auszufegen und Gott einzuladen, mitten auf der Bühne politischer Entscheidung Platz zu nehmen. In einem flagranten "Bruch mit der Britischen Tradition, daß Religion und Regierung nicht vermischt werden sollen", schreibt der Observer, hat Blair eine hochprofilierte religiöse Arbeitsgruppe aus Vertretern christlicher und anderer Glaubensvereinigungen als mächtiges Regierungsberatungskomitee berufen. Die "Faith Community Liaison Group" (Gruppe der vereinten Glaubensgemeinschaften) ist Teil des Innenministeriums. Ihre Einflußsphäre umfaßt offiziell die Ministerien für Erziehung, Kultur, Medien, Sport, Handel und Industrie. Vorsitzender der ministeriellen Arbeitsgruppe ist Fiona Mactaggert, Minister für "Zivile Erneuerung" im Innenministerium. Mactaggert beschreibt die Zielsetzung des Komitees: "Es hat zur Aufgabe, die effektivsten Mittel auszuarbeiten, um eine stärkere Beteiligung der Glaubensgemeinschaften an der Entwicklung politischer Richtlinien und deren Umsetzung in ganz Whitehall (im gesamten Regierungsberich) zu erreichen. Dazu gehört es auch herauszufinden, in welchen speziellen Bereichen ein solcher Beitrag (der Glaubensgemeinschaften) am wertvollsten wäre. Der Prime Minister kennt unsere Pläne und mißt der Sache große Bedeutung bei. Das Komitee wird die Grundlage schaffen für eine wirkungsvolle Einbringung der Perspektiven und Bedürfnisse der Glaubensgemeinschaften in die Entwicklung politischer Konzepte in allen Regierungsbereichen." Christliche Gruppen frohlocken über die Initiative des Prime Ministers. Graham Dale, Direktor des Christian Socialist Movement, dessen Mitglied Blair ist, sagt: "Die Gruppe wird die Freiheit haben sich mit politischen Abgelegenheiten in allen Bereichen befassen. Sie wird sich aber auch anderen, weniger greifbaren Dingen zuwenden wie der Frage der Werte im öffentlichen Leben. Es hebt die Anerkennung des Glaubens als eines Faktors in der Beratung der Regierung auf eine neue Ebene und zeigt die Bereitschaft der Regierung an, sich in allen Bereichen des öffentlichen Lebens mit Gläubigen einzulassen." Neben verschiedenen christlichen Gruppen sind in dem Komitee auch Hindu, Muslim, Sikh und Jüdische Glaubensgemeinschaften vertreten. Tony Blair ist ein engagierter Christ, der "die Bibel auf der Bettkante liegen hat", berichtet der Observer. Bisher hatte seine spezielle Beziehung zu Gott mehr oder weniger privaten Charakter. Mit seinem neuen Projekt, Religion ins Zentrum britischer Politik zu stellen, tritt er jedoch schließlich als politischer Agent religiöser Wiedererstarkung in die Arena. Säkularisten in Großbritanien schlagen Alarm. "Wir haben den Eindruck, daß dies ein weiteres Beispiel für den Wunsch der Regierung darstellt, religiöse Organisationen zu bevorzugen und mit Sonderrechten zu bedenken. Und wir fragen uns, wann wohl die Ansichten und Bedürfnisse von Religionslosen in vergleichbarer Weise berücksichtigt werden", schrieb Keith Wood, Geschäftsführer der respektierten alten National Secular Society in London an Mactaggert. Trotz wiederholter Bitten, beklagt sich Wood, wurden nicht-religiöse Gruppen von jeder Beteiligung an der religiösen Arbeitsgruppe ausgeschlossen. Den harten Schlag gegen den Säkularismus zu parieren und verhindern, daß ein Land mit beispielhaft liberalen und progressiven Traditionen im Morast all-religiöser Spiritualität versinkt, bedarf es einer klaren und scharfen Stimme. Religiöse Beratungskomitees für Regierungen säkularer Staaten haben keinen locus standi, weder rechtlich noch logisch. Sie müssen weg, denn ihre bloße Existenz verletzt das Prinzip der Trennung von Staat und Religion. Die Bitte um "gleiches Recht" innerhalb illegitimer Einrichtungen ist eine Legitimation derselben. Es handelt sich um eine Frage von Prinzipien, nicht von Zahlen. Blairs stiller Versuch, das Christentum in seinem neuen Gewand all-religiöser Partnerschaft wiedererstarken zu lassen, ist äußerst alarmierend. Er muß mit entschiedenem Widerstand der aufgeklärten Teile der Öffentlichkeit beantwortet werden, bevor es zu spät ist. The Empfänger dieses Rationalist International Bulletins dürfen dessen Artikel und Berichte veröffentlichen, in ihre Website aufnehmen, weitermailen und reproduzieren, wenn sie dabei die Quelle angeben: Rationalist International Bulletin # 112
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