Dr. Younus Shaikh und Richard Stallman werden Ehrenmitglieder von Rationalist International Rationalist International begrüßt Dr. Younus Shaikh und Richard Stallman als neue Ehrenmmitglieder.
In einer muslimischen Familie geboren und in Islamschulen erzogen, fand Dr.Younus Shaikh seinen Weg zu Rationalismus und Liberalismus durch Bücher. Nach dem Medizinstudium in Pakistan und in Irland kehrte er in sein Land zurück, um als Arzt und College-Dozent zu arbeiten.. 1992 gründete er die Rationalistenorganisation The Enlightenment (Die Aufklärung) und übernahm ihre Präsidentschaft. In öffentlichen Versammlungen und Zeitungsartikeln setzte er sich mutig für freies Denken und freie Meinungsäußerung ein, für die Trennung von Staat und Religion und für die Gleichberechtigung der Frau. Er gründete und leitete auch die South Asian Fraternity (Südasiatische Bruderschaft), deren Ziel die Förderung von Verständnis, Wohlwollen, Harmonie, religiöser Toleranz, Zusammenarbeit und zwischenmenschlichen Kontakten unter den Ländern Südasiens ist. Im Oktober 2000 wurde er in einem manipulierten Blasphemie-Verfahren verhaftet. Islamische Fanatiker beschuldigten ihn, während einer seiner Vorlesungen über das Arabien des siebenten Jahrhunderts herabwürdigende Bemerkungen über den Propheten gemacht zu haben. Sie erstatteten Strafanzeige gegen ihn auf der Grundlage des drakonischen Blasphemie-Gesetzes (Paragraph 295-C des Pakistanischen Strafgesetzbuches), das im Falle einer Verurteilung unabdingbar die Todesstrafe fordert. Im August 2001 wurde er zum Tode verurteilt. Er hatte mehr als zwei Jahre lang in Einzelhaft in einer der gefürchteten Todeszellen des Zentralgefängnisses von Rawalpindi zu leiden, bevor er in aller Heimlichkeit und unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen freigesprochen und freigelassen wurde. Er mußte sein Land verlassen, weil die Fundamentalisten sein Leben bedrohten, und lebt heute als anerkannter Flüchtling in der Schweiz. [Auf unserer Website finden Sie Informationen über den Fall sowie Dr. Shaikhs Essay "Der Islam und die Frauen"]. Richard M. Stallman ist der Vater der Free-Software-Bewegung, einer progressiven weltweiten Bewegung, die für Transparenz und freie Verfügbarkeit von Computer-Programmen kämpft. In einer Welt, in der unser Leben mehr und mehr von Computern definiert und kontrolliert wird, dürfen die Codes, die diese Computer dirigieren, nicht geheim sein und unter der ausschließlichen Kontrolle einiger multinationaler Copyright-Besitzer stehen. Freie Software erlaubt es jedem, sie zu verstehen, zu benutzen und zu verändern. Sie ermöglicht den freien Fluß von Kreativität, dient Demokratie und sozialer Gerechtigkeit und trägt dazu bei, eine freie Gesellschaft zu schaffen. Richard Stallman ist der "Philosophenkönig der Software" genannt worden. Er ist ein international respektierter Computer-Wissenschaftler und ein eindrucksvoller Redner, der Vorlesungen rund um die Welt hält. Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen zählt das "Genius-Grant"-Stipendium in Computerwissenschaft von der MacArthur-Foundation (1990) und der Takeda-Award für techno-unternehmerische Errungenschaften zum sozialen / ökonomischen Gemeinwohl (2001, zusammen mit Ken Sakamura und Linus Torvalds). Er erhielt ein B.A.Degree von der Harvard Universität und war Forscher im Labor für künstliche Intelligenz am Massachussets Institute of Technology (MIT). Dort kündigte er wegen zunehmend restriktiver Copyright-Politik und startete das revolutionäre GNU-Projekt. GNU mit Linux war das erste frei erhältliche Computer-Betriebssystem, dessen Code von der GNU GPL (General Public Licence) geschützt wurde.
Taslima Nasreen beantragt die Indische Staatsbürgerschaft
Taslima Nasreen, Autorin, Aktivistin und Ehrenmitglied von Rationalist International, hat die indische Staatsbürgerschaft beantragt. "Ich träume davon, in Bengalen zu leben, entweder Ost- oder West-Bengalen", sagt sie. [Ost-Bengalen ist das heutige Bangladesch, West-Bengalen der angrenzende Staat auf der indischen Seite.] Die Indische Regierung zieht in Erwägung, ihrem Wunsch zu entsprechen; die definitive Entscheidung steht noch aus. Inzwischen wurde beim Landgericht von Kalkutta, der Hauptstadt Westbengalens, Entscheidungsklage gegen das Verbot von Taslima Nasreens autobiographischem Roman "Zwielicht" eingereicht. Der Roman (erschienen in Bengali unter dem Titel Dwikhondito) war von der kommunistischen Regierung des Staates wegen angeblicher "Herabwürdigung des Islam" verboten worden. Obwohl sie persönlich nicht Prozeßpartei ist, wohnte die Autorin der ersten Gerichtsverhandlung bei - "zur Unterstützung der Bemühung, die Meinungsfreiheit aufrecht zu erhalten", wie sie sagte. Taslima Nasreen mußte ihr Geburtsland Bangladesch verlassen, nachdem islamische Fanatiker 1994 schworen, sie wegen ihrer angeblich blasphemischen Schriften zu ermorden. Mehrere ihrer Bücher sind in Bangladesch verboten. Ein Gerichtsverfahren wegen Verletzung religiöser Gefühle ist nach mehreren Verhandlungen in absentia immer noch gegen sie anhängig.
Vatikan: Exorzismus für Anfänger! Für das kommende Semester wartet die Vatikan-Universität mit einem besonderen Angebot auf: machen Sie einen zweimonatigen Crash-Kurs in Exorzismus und kommen Sie dem Teufel auf die Schliche! Neben ein paar Vorlesungen in Psychologie und Jura soll sich der Kurs am angesehenen Athenaeum Pontificium Regina Apostolorum auf die "theologischen, spirituellen, liturgischen and pastoralen" Aspekte des Exorzismus konzentrieren und die Absolventen zum heiligen Krieg gegen Satan rüsten. Die aussterbende mittelalterliche Praxis des Exorzismus erlebte während der Amtszeit von Papst Johannes Paul II einen großen Aufschwung. Der gegenwärtig amtierende Papst ordnete an, daß jede Diözese der römisch-katholischen Kirche in der ganzen Welt zumindest einen Exorzisten berufen solle. Er versuchte sich sogar selbst im Exorzieren.. Und obwohl keine seiner drei satanischen Auseinandersetzungen - die letzte fand im September 2002 statt [nachzulesen in Bulletin Nr.92] - soweit erfolgreich gewesen wäre, daß sie den "Besessenen" zu normalem Verhalten zurückgeführt hätte, verbreitete sich die päpstliche Begeisterung für das Okkulte wie ein Lauffeuer. In jüngster Zeit gab es in Italien mehrere spektakuläre Fälle von Satanismus. In einem Fall, der die Phantasie der Öffentlichkeit entfacht hat, wird nächste Woche ein Gericht nahe Milano über eine Mordanklage gegen eine Gruppe junger Leute zu entscheiden haben, die angeklagt sind, im Rahmen eines satanischen Rituals zwei Teenager getötet zu haben. Der Fall ist eine Bestätigung die Macht des Bösen, glaubt Vater Giulio Savoldi, Milanos offizieller Exorzist seit mehr als zwanzig Jahren. Reverent Gabriele Amorth, führender Exorzist der römisch-katholischen Kirche und Präsident der Internationalen Exorzistenvereinigung, glaubt, daß die meisten Kriege vom Teufel verursacht werden. Hitler und Stalin z.B. hatten sich Satan verschrieben, meint er. Zu Satans lebenden Opfern, die Amorth generell lieber nicht nennen möchte, zählt er den Erzbischof Emmanuel Milingo von Zambia, der vorübergehend von der römisch-katholischen Kirche desertierte und in New York eine Anhängerin des Reverenten Sun Myung Moon heiratete [nachzulesen in Bulletin Nr.116]. Vater Amorth, Autor des Bestsellers An Exorcist tells his Story, beschreibt die typischen Symptome von "Besessenheit" als "gewalttätige Abneigung gegen das Zeichen des Kreuzes, unmenschliche Kraft und Sprechen in Zungen". Des Exorzisten einzige Waffe gegen das Böse sind Kreuz, Weihwasser und geweihtes ("jungfräuliches") Olivenöl. Nach erfolgreichem Exorzismus pflegen sich die Opfer manchmal ihres Peinigers durch Hervorwürgen seltsamer Objekte zu entledigen. Während seiner langen Praxis hat Vater Amorth eine stolze Sammlung solch diabolischer Materialisierungen angehäuft, die Haarlocken, Glassplitter, Seile und Radio-Ersatzteile enthält. Übersetzung: Ursula-Charlotte Dunckern Copyright © 2005 Rationalist International. Empfänger des Rationalist International Bulletins dürfen dessen Artikel und Meldungen veröffentlichen, im Internet zugänglich machen, weiterversenden und reproduzieren, wenn sie dabei die Quelle angeben: Rationalist International Bulletin Nr. 141, Copyright © 2005 Rationalist International.
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