Canada: Ehrungen für Dr. Henry Morgentaler
Die Universität von Western Ontario (UWO) hat Dr. Henry Morgentaler - den Arzt, Holocaust-Überlebenden und unermüdlichen Kämpfer für das Recht der Frau auf Selbstbestimmung und reproduktive Freiheit - zum Doktor honoris causa der Rechte ernannt. Dr. Morgentaler ist Ehrenmitglied der Rationalist International und war der erste Präsident der Humanist Association of Canada. Der Titel wurde in einer Versammlung am 16. Juni 2005 unter großem Applaus und stehenden Ovationen verliehen. Dr. Morgentaler wurde geehrt für "seine Entschlossenheit, seinen Mut und seinen Erfolg im Einsatz für die Menschenrechte, insbesondere für das Recht der Frau, ihre eigenen Entscheidungen bezüglich Schwangerschaften zu treffen", sagte der Vizepräsident der Universität in seiner Ansprache. Die Entscheidung der Universität, Dr. Morgentaler zu ehren, war von der Katholischen Kirche energisch bekämpft worden. Die "Katholiken für Leben" (Catholics for Life) hatten eine Online-Petition initiiert, um die UWO zu zwingen, ihren Plan aufzugeben. Die Verleihungsfeier fand unter Polizeischutz statt, während sich vor der Universität mehrere Hunderte von Demonstranten gegen Abtreibung versammelten. "Ich möchte der Universität und ihrem Präsidenten Dr. Paul Davenport dazu gratulieren, daß sie ihre Entscheidung aufrechterhalten haben, trotz des Protestes von Leuten, die das bekämpfen, was ich repräsentiere und für was ich stehe", sagte Morgentaler in seiner Rede. "Während der vergangenen 37 Jahre habe ich mich dem Kampf für die Erringung des Rechtes auf reproduktive Freiheit gewidmet und versucht Einrichtungen zu schaffen, in denen Frauen eine sichere Abtreibung in einer akzeptierenden und unterstützenden Atmosphere durchführen lassen können", sagte er. "Ich bin stolz darauf, Gelegenheit bekommen zu haben, einen wichtigen Beitrag zu einer sichereren und freundlichereren Gesellschaft zu leisten, in der Frauen mit der Würde und dem Respekt behandelt werden, die ihnen zustehen." Am 28. Januar 1988 hatte Dr. Morgentaler die bahnbrechende Entscheidung des höchsten Gerichtshofes von Canada erstritten, die schwangeren Frauen das Recht zuf Abtreibung zugestand. Das war der großartigste Tag in seinem Leben, sagte er. “Es war eine Bestätigung von allem, an was ich glaubte. Es gab Frauen zum ersten Mal den Status von vollberechtigten menschlichen Wesen, die Entscheidungen über ihr eigenes Leben fällen können." Bevor dieses Urteil erging, mußte Dr. Morgentaler einen zwanzigjährigen Kampf gegen die Canadische Regierung, das Rechtssystem, die Polizeigewalt, Religionen aller Art, Scharfschützen und ein tief patriarchalisches Sozialsystem führen. Weil er ganz offen Tausende von Abtreibungen durchführte - eine vor den Kameras von CTV - mußte er mehrere Gerichtsverfahren über sich ergehen lassen, zahlreiche Festnahmen, acht Durchsuchungen seiner Kliniken, einen Bombenanschlag und zehn Monate im Gefängnis erleiden. Aber nichts konnte ihn abschrecken. "Ich glaube daran, daß das, was ich tue, wichtig ist", sagte er einmal. "Wir haben als Ergebnis eine sicherere und bessere Gesellschaft. Ich sah es als meine Pflicht an. Und ich habe es nie bedauert."
Frankreich: Säkularismus und die Linke Mehrere Monate nachdem in Frankreich das Gesetz gegen das Tragen religiöser Symbole in staatlichen Schulen in Kraft getreten ist, ist das Ergebnis als außerordentlich positiv zu bewerten. Der muslimische Schleier ist aus den Klassenzimmern verschwunden. Weniger als vierzig Schülerinnen mußten von ihren Schulen verwiesen werden, weil sie sich weigerten, ihre Schleier abzulegen - eine recht geringe Anzahl, verglichen mit den 1500 Problemfällen vom vergangenen Jahr. Einige Mädchen gingen von staatlichen Schulen ab, aber der große Exodus, den muslimische Fundamentalisten vorausgesagt hatten, fand nicht statt. Sie hatten gedroht, islamische Schulen würden in Frankreich wie Pilze aus dem Boden schießen und die Mädchen mit Schleiern willkommen heißen, aber auch das stellte sich als unrichtig heraus. Muslimische Mädchen verstanden sehr wohl, daß das Ablegen des Hijab in der Schule nicht die Aufgabe ihres Glaubens bedeutete, und zogen es vor, weiterhin an staatlichen Schulen zu studieren. Das Überraschende an diesem Sieg des Säkularismus ist, daß es eine rechte Regierung war, die ihn ermöglicht hat. Normalerweise werden die linken Parteien als die größeren Förderer des Säkularismus angesehen. Tatsächlich jedoch waren die Sozialisten, Kommunisten und Grünen seit vielen Jahren extrem zurückhaltend mit Kritik am Islam, aus Angst, sie könnten als "rassistisch" angeklagt werden. Dieses Argument spricht Arabern interessanterweise das Recht ab, nicht Muslime zu sein! Es ist eine sehr gefährliche Allianz zwischen einigen Linken und islamischen Fundamentalisten ist zu beobachten. Daß die "Leidenschaft" der Regierung für den Säkularismus auch nicht als ernsthaft einzuschätzen ist, stellte sich bei Gelegenheit des Todes von Papst Johannes Paul II heraus. In einem erstaunlichen Beweis von Unterwürfigkeit unterstützte die gesamte Französiche Regierung die Verhängung von Staatstrauer - dazu gehörte das Tiefhängen der Fahnen auf staatlichen Schulen, Ministerialgebäuden und Rathäusern und das Entsenden von Staatsvertretern zu Gottesdiensten. Plötzlich war die Trennung von Staat und Religion - durchgesetzt im Jahre 1905 (vor genau hundert Jahren!) - nur noch eine verblassende Erinnerung. Die französischen Bürger, auf der anderen Seite, hatten strenge Vorbehalte gegen diese allgemeine Atmosphere von Unterwürfigkeit unter die Katholische Kirche, die durch das Verhalten von Staatsvertretern einerseits und staatlichem Fernsehen andererseits aufgebaut wurde. In dieser Situation gab es vonseiten linker Politiker so gut wie keine Reaktion zugunsten des Säkularismus. Die Top-Führer der Sozialistischen Partei argumentierten, daß es nun nicht die richtige Zeit für eine nationale Debatte über derlei Fragen sei. Nach ihrer Ansicht war es in dieser Zeit des Trauerns angemessener, sich im Schweigen zu üben. Kürzlich bestätigten sich die obigen Beobachtungen im Zusammenhang mit einem dritten Ereignis: der Volksabstimmung über die Europäische Verfassung. Der Text der Verfassung begünstigt eindeutig religiöse Organisationen, denn er läßt den Säkularismus als einen wesentlichen Faktor für Fortschritt und Gleichheit unerwähnt. Darüberhinaus betrachtet er religiöse Organisationen als gute Partner der Regierung. Ungeachtet der europäischen Geschichte, zögert die Verfassung nicht in Betracht zu ziehen, daß das "europäische geistliche Erbe" zur Erreichung von Fortschritt und Demokratie in Europa beigetragen habe. Die lange Serie von religiösen Kriegen wird ebenso unter den Teppich gekehrt wie die Unterdrückung von Nichtgläubigen und die Unterstützung von europäischen faschistischen Regimen im 20.Jahrhundert. Der pro-religiöse Charakter dieses Dokumentes wird auch in einigen Paragraphen deutlich, die offensichtlich durch religiöse Überzeugungen motiviert sind, Religion jedoch nicht erwähnen. Ein Paragraph z.B. schreibt fest, jeder solle das Recht zu heiraten und das "Recht auf Leben" haben. Scheidung, Geburtenregelung und Abtreibung bleiben unerwähnt. Während der Debatte über das Referendum zur Europäischen Verfassung waren die sozialistischen Aktivisten in zwei Lager gespalten, die Pros und die Cons, während die Kommunisten und andere Linke generell gegen die Verfassung waren. Aber wieder einmal wartete man vergeblich darauf, daß säkularistische Argumente aus ihren Mündern kämen. Natürlich sah die Sozialistische Partei, die offiziell für ein "Ja" zur Europäischen Verfassung eintrat, diese nicht als Gefahr für den Säkularismus an. Aber die Kommunistische Partei, die für ein "Nein" warb, versäumte es, Respekt für Säkularismus zu einem zentralen Argument ihrer Kampagne zu machen. Die kleinen Organisationen, die regelmäßig für die Trennung von Staat und Religion eintreten, standen so gut wie alleine da mit dem Hinweis auf die Gefahr dieser Verfassung für den Säkularismus. Sowohl christliche wie auch islamische Organisationen befürworteten die Verfassung. Das Eregebnis der Volksabstimmung war sehr klar: 55% der Bevölkerung wiesen die Verfassung zurück. Das machte auch eine ernsthafte Kluft sichtbar, die zwischen den französischen Bürgern und dem Parlament besteht: das Parlament hätte die Europäische Verfassung mit 80 oder 90 Prozent bestätigt, wenn es dort eine Abstimmung gegeben hätte. In diesen drei kritischen Situationen (Verbot religiöser Symbole in Schulen, Tod des Papstes und Volksabstimmung über die Europäische Verfassung) haben die französischen Bürger bemerkenswerte Einheitlichkeit und große Verbundenheit mit der Idee einer strikten Trennung von Staat und Religion gezeigt. Die meisten der Top-Politiker, auf der anderen Seite, haben ihre Unterwürfigkeit unter den Vatikan und ihren mangelnden Mut gegenüber dem Islam unter Beweis gestellt. Die aktuelle Krise der politischen Elite in Frankreich (der rechten wie der linken) zeigt sich darin, daß das Volk seinen Vertretern, die seinen Stimmen hinterherjagen, eine ordentliche Lektion erteilt hat.
Ein humanistischer Papst? Raten Sie mal, wer gerade dabei ist, Afrika zu einem fröhlichen großen Kontinent des neuen Humanismus zu machen? Diesmal ist's der Papst! "Wir müssen zugeben, daß Europa nicht nur den Glauben an Christus nach Afrika exportiert hat, sondern auch alle Arten von Lastern", sagte Papst Benedikt XVI am 12. Mai in der Basilika des Heiligen Johannes in Lateran, und führte Gewalt, Korruption, "Mißbrauch der Schätze dieser Erde" und Waffenhandel an. "Wir Christen müssen alles tun, was wir vermögen, damit zusammen mit dem Glauben auch die Kraft dort ankommt, diesen Lastern zu widerstehen" und ein Afrika wiederaufzubauen, "das fröhlich ist, ein großer Kontinent des neuen Humanismus." Daß der Papst sich als Humanist vorstellt - als wiedergeborener Humanist vermutlich - ist eine große Überraschung, besonders für all die, die dachten, ein Humanistischer Papst sei ein viel zu exotisches Geschöpf, um wirklich zu existieren. Tatsächlich ist er das auch. Und uns bleiben daher nur drei Möglichkeiten: Wir können annehmen, daß der Vatikan sich im Stadium einer großen historischjen Transformation befindet, daß der neue Papst unter schizophrenen Schüben zu leiden hat, oder daß dies ganz einfach ein Fall von Etikettenschwindel ist. Die Behauptung, man trage Humanismus nach Afrika, scheint nicht sehr geignet, dort irgendwelche Herzen und Türen zu öffnen. Sie zielt eindeutig darauf ab, gewisse Kreise in Europa zu beeindrucken. Humanistische Arbeit, und besonders der Export von Humanismus in Entwicklungsländer, macht in vielen europäischen Ländern staatliche Gelder locker. Versucht der Papst, auf der humanistischen Förderungswelle zu reiten? Wird er sich bald um Aufnahme im humanistischen "Schirm" bewerben? Die Bischöfe mögen feine Kollegen abgeben für gewisse hinduistische "Heilige" in safrangelben Roben, die bereits Mitglieder dieser Organisation sind. Viele Humanisten - darunter Rationalisten und Atheisten - betrachten Humanismus und Religion immer noch als Gegensätze. Es ist ein wesentlicher Charakterzug ihres Humanismus, daß er antireligiös ist, und sie haben den Vatikan durch die Geschichte hindurch als den weltweit größten Exporteur von Irrationalität, Selbstverleugnung, Masochismus, Unterwerfung und inhumanen Konzepten von Sexualität und Geburtenregelung bekämpft. Sie haben keinerlei Grund zu der Annahme, die Fronten hätten sich entschärft oder würden sich jemals entschärfen. Man lese nur die Geschichte von Dr. Morgentaler (die erste in diesem Bulletin)! Trotz so vieler kompromißloser und mutiger Humanisten in der Welt, ist Humanismus seit einiger Zeit ein extrem weiter und dehnbarer Begriff geworden, der eine große Vielfalt von Anschauungen und Positionen unter einem "Schirm" zusammenbringt. Neben dem rationalistischen/atheistischen/säkularistischen Strom umfaßt er nun auch viele Schattierungen religiösen Glaubens. Tatsächlich ist er in seinen Außenbezirken bereits so verwässert, daß er nichts weiter mehr heißt als human, menschenfreundlich. Mit dieser ziemlich grobgestrickten Definition kann es sogar Päpsten gelingen, hineinzuschlüpfen. Humanismus ist eine Art offener Marktplatz für alle Arten von Zeitgenossen geworden, die Wert darauf legen, ihre Menschenfreundlichkeit herauszustellen - und ein beliebter Unterschlupf für Betrüger, Agenten und Hochstapler. Hier können nicht nur humanistische Päpste ihr Glück versuchen, sondern auch lebende indische Gottheiten wie Sai Baba, der von indischen Rationalisten als skrupelloser Scharlatan entlarvt wurde und inzwischen international wegen Kindesmißbrauch angeklagt ist. Es war noch nie so einfach, ein "Humanist" zu sein. (Eine Biographie Sai Babas hat den Titel "Sai Baba, der Humanist".) Humanismus ist für viele einfach ein Hauch von Freundlichkeit und Mitgefühl, der jeder philosophischen und politischen Position wohl ansteht. Laß ein kleines bißchen Humanismus in jedermans Leben ein! Passenderweise ist Humanismus kürzlich mit Ketchup verglichen worden (in einer öffentlichen Rede eines humanistischen Helden). Gestaltlos und schaumig auf Speisen aller Art gekleckst, verleiht dieser allgegenwärtige Geschmackmacher allem ein wenig Farbe und Süße. Einmal in Ketchup getunkt - ist der unglückliche und mißhandelte Begriff noch zu retten? Kann er zumindest gegen MacBabas und Pope-Burgers verteidigt werden? Als säkulare Humanisten - die wir Rationalisten sind - und in Anbetracht der vielen ernsthaften Humanisten in der Welt, glauben wir, es ist den Versuch wert.
Niederlande: "Ein Lehrer kann doch nicht einfach behaupten, der Mensch stamme vom Affen ab!" Die religiöse Propagandaflut von der Welt als Schöpfung einer höheren Intelligenz, die in den USA die Theorie der Evolution von den Lehrplänen verbannen will, schwappt in die Niederlande über. Eine der "Pioniere" ist die holländische Erziehungsministerin Maria Van der Hoeven von der regierenden Christlich Demokratischen Appeal Partei (CDA), die in ihrem Weblog die Ideen amerikanischer Kreationisten vorstellt. Nun plant die Ministerin, eine öffentliche Debatte zum Thema Evolution versus Schöpfung zwischen Wissenschaftlern und religiös Gläubigen zu initiieren, um "Verbindungen zwischen den beiden herzustellen". Es ist "zu schade", meint die Ministerin, das Wissenschaftler Wissenschaft und Religion getrennt halten wollen. "Sie müssen zugeben, daß die Theorie der Evolution unvollständig ist. Es werden neue Entdeckungen gemacht", sagte Van der Hoeven in einem Interview mit der Tageszeitung de Volkskrant. "Es hat in der Geschichte der Wissenschaft oftmals Momente gegeben, in denen wir glaubten, wir wüßten einfach alles, was es zu wissen gibt. Nun haben wir realisiert, daß wir keineswegs alles wissen, bei weitem nicht." Hier folgt ein beliebter Pfaffentrick: "Da die wissenschaftliche Forschung die Grenzen unseres Wissen wieder und wieder hinausschiebt, sollte man offene Augen und Ohren haben für andere Erklärungen" - natürlich für übernatürliche! Die Erziehungsministerin ist überzeugt, daß wir "mit einer göttlichen Mission auf Erden sind" - und sie schämt sich nicht, ihr Regierungsamt zum Forum ihres missionarischen Strebens zu machen. Sie teilt die Bedenken nicht, daß das die Trennung von Staat und Religion verletzten könnte. Aber bis jetzt scheinen die traditionell progressiven Niederlande kein fruchtbarer Boden für Kreationismus zu sein. Obwohl Premierminister Balkenende (CDA) ursprünglich erklärte, Van der Hoevens Plan sei "ok", wurde er schließlich von allen Parteien zurückgewiesen, als er in der Zweiten Kammer des Parlamentes (Abgeordnetenhaus) diskutiert wurde, sogar von der die CDA. "Die politischen Parteien sind nicht an einer Ministerin interessiert, die uns zurückwirft in die 50er Jahre", sagte ein Parlamentarier der liberalen VVD, Koalitionspartner der CDA, in Zusammenfassung einer stürmischen Debatte. Aber damit nicht genug, die Eskapade der Erziehungsministerin sensibilisierte die Öffentlichkeit für die Gefahr, daß sich kreationsitische Propaganda in die Biologie-Lehrpläne einschleichen könnte. Tatsächlich schreiben holländische Lehrpläne zwingend vor, daß in vor-universitären Hochschulen und höheren allgemeinen Sekundarschulen die göttliche Schöpfung des Universums als alternative Meinung zur Evolutionstheorie diskuitiert wird. Obwohl die religiöse Schöpfungstheorie hier nicht als gültige Infragestellung der Wissenschaft präsentiert ist, gehören biblische Geschichten nicht in den Biologieunterricht und können höchstens im Rahmen von Vergleichender Religionswissenschaft diskutiert werden, sagen Erziehungsfachleute aller Parteien - mit Ausnahme der CDA, die die Lehrpläne so belassen will, wie sie gegenwärtig sind. Die holländischen Parlamentarier, die den göttlichen Schöpfungsakt aus den Biologie-Lehrplänen tilgen wollen, haben die Unterstützung des Holländischen Institutes für Biologie, das die meisten Biologielehrer zu seinen Mitgliedern zählt. Inzwischen hat Frau Van der Hoevens Parteikollege Peter Boon, vertretender Vorsitzender des Provinzverbandes der CDA im nördlichen Groningen und Rektor des protestantischen Augustinus Kollegs, eine härtere Note in die öffentliche Diskussion um die Schöpfungstheorie gebracht. Boon stürzte das Augustinus Kolleg in eine Krise, als er wutschnaubend darauf bestand, daß in seiner Schule keine Evolutionstheorie gelehrt werde. Mehrere Lehrer fühlten sich beleidigt. Boon wurde so zornig, daß er ein paar Tage freinehmen mußte, um sich zu beruhigen und die Atmosphere an der Schule in den Normalzustand zurckkehren zu lassen. In einem Interview mit der Zeitung Dagblad van het Noorden erklärte er, er habe nicht tolerieren können, daß ein Lehrer seiner Schule in der Klasse gesagt habe, er sei ein Anhänger der Evolutionstheorie. ""Ein Lehrer kann doch nicht einfach vor der Klasse behaupten, der Mensch stamme vom Affen ab!" sagte Boon. "Man muß doch erklären, wie die Evolutionstheorie mit dem christlichen Glauben zusammenpaßt!" Nach ihrer Meinung befragt, waren die meisten Lehrer des Augustinus Kollegs "vorsichtig" genug zu glauben, daß die Evolutionstheorie sehr wohl Hand in Hand mit der biblischen Darstellung der Schöpfungsgeschichte gehen kann. Übersetzung: Ursula-Charlotte Dunckern Copyright © 2005 Rationalist International. Empfänger des Rationalist International Bulletins dürfen dessen Artikel und Meldungen veröffentlichen, im Internet zugänglich machen, weiterversenden und reproduzieren, wenn sie dabei die Quelle angeben: Rationalist International Bulletin Nr. 144, Copyright © 2005 Rationalist International.
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