Vatican: Der Viagra-Papst
Der Deal entfesselte in Italien einen Sturm. Die Verhandlungen waren streng geheim, doch die angesehene Wirtschaftszeitung Milano Finanza brachte es ans Licht: Papst Benedikt XVI kauft Pfizers Viagra-Fabrik in Nerviano in der Nähe von Mailand. Das Geschäft wird im Namen der ehrwürdigen Bruderschaft Figli dell'Immacolata Concezione (Kinder der unbefleckten Empfängnis) abgeschlossen. Der Orden versucht, die Übernahme als gute Tat zu präsentieren. Sie könne 300 Arbeitsplätze sichern, denn Pfizer plane, die Fabrik in Mailand trotz Gewerkschaftsprotest zu schließen, sagen die Brüder, die bereits vor drei Jahren Pfizers medizinisches Forschungszentrum in Nerviano übernommen haben. Der Vatikan schweigt sich aus über den Griff des heiligen Vaters nach der blauen Pille. Ein anonymer Insider, von der schweizer Zeitung Blick befragt, versuchte die Geschichte herunterzuspielen mit der Mutmaßung, die Firma werde sich wohl auf weniger umstrittene Produkte verlegen, wenn erst in unbefleckten Händen. Aber es gibt andere Vertreter der Katholischen Kirche wie z.B. Erzbischof Arrieta in Spanien, die ganz offen Viagra empfehlen, um dem Sexualleben der Gläubigen mehr Glanz zu verleihen – selbstverständlich nur dem der heterosexuell verheirateten. „Die Gläubigen können Viagra nehmen”, sagte Arrieta kürzlich. „Verheiratete Paare haben das Recht, den sexuellen Akt zu erleben”. Hinter den verschlossenen Türen des Vatikans ist Viagra della Papa inzwischen Stadtgespräch. Es wird erwartet, daß es schon bald ein Bombengeschäft werden und der verblassenden Anziehungskraft des Katholizismus dazu auch noch ein wenig Sexappeal verleihen könnte. Übersetzung: Ursula-Charlotte Dunckern |